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2. Internationales Männersymposium 2015

Zerstören und Schöpfen

Das volle Potenzial des Männlichen

geplant 4. bis 7. Juni 2015 Nähe Frankfurt (Main)

Das Zweite Internationale Männersymposium musste leider abgesagt werden, da bei der Zahl der Anmeldungen das finanzielle Risiko nicht ausreichend abgedeckt war.

Trotzdem ist viel wertvolle Arbeit in Vorbereitung und Vernetzung geleistet worden, die hier dokumentiert werden soll.

Zerstören und Schöpfen – das volle Potenzial des Männlichen

Männer können alles! Das Körnchen Wahrheit in diesem Klischee lässt uns nicht ruhen, und das zu Recht. Wir haben ein enormes Potenzial, Gott und die Welt in Bewegung zu bringen – und die wenigsten von uns rufen es ganz ab. Was lässt uns zurückschrecken vor unserer eigenen Kraft und Größe?

Wir befinden uns in einer aufgebrochenen Welt – im Guten wie im Schlechten. Verheerende Kriege weltweit, wachsende Umweltzerstörung, Millionen Verhungernde, die ständige Zerschlagung bestehender sozialer und ökonomischer Strukturen. Männer sind in aller Welt Akteure in diesen Katastrophen. Sie handeln oft im Namen hehrer Werte, arbeiten für den Fortschritt, bekämpfen wütend das Böse, versuchen eine gottesfürchtige Ordnung auf Erden zu erzwingen. Und es geht um Macht, Potenz, Sex und Rang.

Auf der anderen Seite erleben wir eine Explosion menschlicher Kreativität und Genialität. Der Reichtum, den Hunger in der Welt zu besiegen, ist da. Strategien und Technologien nachhaltigen Wirtschaftens werden Realität. Das Internet rückt die Menschheit zum globalen Dorf zusammen. Erstaunlich potente soziale Bewegungen blühen auf, die ein neues Wir realisieren können. Unternehmen entdecken die soziale Dimension ihres Business. Kollektive Intelligenz steht im Fokus von Innovationsprozessen. Auch hier sind oft Männer die Akteure, die die Entwicklung vorantreiben.

Zerstören und schöpferisches Schaffen, beides sind zutiefst männliche Eigenschaften. Wo stehen wir? Sehen wir die zuweilen gewaltige Wut und Zerstörungskraft in uns? Und nutzen wir die riesige Chance unserer kreativen Intelligenz? Braucht es gar beides, um als Männer und als Menschheit den nächsten Schritt zu tun?

Wie beziehen wir uns dann auf die Welt, die Natur, die Gesellschaft? Wie begegnen wir Frauen mit diesen beiden Seiten unseres Seins? Was ist, wenn wir nichts mehr zurückhalten? Und wie wirken wir als Männer zusammen: können wir herausfordern, ohne kleinmachen zu wollen? Finden wir eine inspirierte Kooperation jenseits von Konkurrenz und Kuschelrunde? Wie wollen wir zusammen arbeiten, forschen oder genießen?

Unser Symposium lädt ein, sich ganz auf unser Engagement als Männer für die Zukunft einzulassen, auf die dunklen und die lichten Seiten. Wir werden uns selber erkennen, am Beispiel anderer Männer lernen, uns auf neues, unsicheres Terrain begeben, unserem Spieltrieb folgen. Wir werden unserer Angst und unserem Mut begegnen. Wir wollen die unbändige Lust am Gestalten der Zukunft wachkitzeln und freuen uns auf einen neuen Aufbruch.

Das Kernteam

Robert Fischer, Raymond Fismer, Stefan Beier

13. November 2014

Das Kern-Team 2015:

Robert Fischer
CH
Initiator
Raymond Fismer, D Stefan Beier, D

 
Technik, Video, Infrastruktur:

Michael ten Hövel
Technik-Chef

 

Referenten und ihre Beiträge

Armin H. Klein
"Mann 3.0"
Neue Welle? Nein, Mann 3.0 bezeichnet den zeitgenössischen Mann, der sich gerade entwickelt. Bislang wird über Männer meist nur platt und/oder polemisch debattiert. Hier setzt Mann 3.0 an. Sowohl das, was den Macho oder den Softie ausmachte soll beinhaltet werden, als auch etwas ganz Neues und aus der Zukunft ziehendes. Jenseits der Verunsicherung und der Krise, egal, ob sie gespürt wird oder nicht, wächst ein neues, komplexes Männerbild.
Ob Kindergarten, Looser oder Top-Performer – sie sind ganz anders.

Frank Oswald
"Altern Männer anders? Ausgewählte Befunde der Alternsforschung"
Auch die Alternsforschung beschäftigt sich mit Geschlecht und Maskulinität. Im ersten Teil des Beitrags wird beispielhaft gezeigt, ob und wie Männer und Frauen anders altern. Im zweiten Teil werden Traumatisierungserfahrungen heute hochbetagter Männer im und nach den Zweiten Weltkrieg behandelt. Wie sind sie mit erst verordneter und dann verschwiegener „Helden-Männlichkeit“ umgegangen? Als Täter und Opfer zugleich können sie uns von ihren Erfahrun-gen des Zerstörens und Schöpfens berichten.

Frithjof Paulig
 "Empowerment im Feld von Veränderung und Wandel"
oder "Was trägt wirklich?"
Wenn Veränderung in unserem Leben geschieht, die sich auch als Umbruch oder Krise zeigen kann, brauchen wir stärkende Räume, in denen unser innerstes Wissen sich mit unserer Intuition verbindet. Wie können wir in Einklang mit uns und unserem Mann-Sein in der Tiefe gut für uns sorgen und durch unsere authentischen Impulse unsere Beziehungen und unser Umfeld gestalten?
Inneres "Empowerment" (Selbstermächtigung) für ein freudvolles, selbstbestimmtes Leben - auch zum Wohl des Ganzen - entsteht, wenn wir uns mit den Wurzeln unserer ureigenen Kraft verbinden. Von dort aus mit der Frage zu forschen: „Was trägt wirklich?“ kann ein zentraler Wegweiser sein.

Kazuma Matoba
 "Ausbildung des Friedenskriegers gegen ‚Kampf der Kulturen’"
Die Konfliktursachen auf dem Globus sind nicht mehr ideologische, sondern ethnische/religiöse/kulturelle Unterschiede. „Kampf der Kulturen“ von S. Huntington ist ein politisches ideologisches Konstrukt. Ich sehe meine Aufgabe an der Universität der Bundeswehr darin, Friedenskrieger gegen den ‚Kampf der Kulturen’ auszubilden. Dafür benutze ich Ken Wilbers ‚Integrales Modell’, das den Soldaten ermöglicht, mit subtiler Körperenergie umzugehen, Integrität zu schaffen, implizite Systeme zu erkennen.

Kolja Güldenberg
"Innovationscoaching und integrale Potenzialentfaltung"
Unsere größte Wirksamkeit entfalten wir dann, wenn wir sowohl mit unserem Herzensfeuer, als auch mit dem evolutionären Impuls verbunden sind.
Integrale Potenzialentfaltung nutzt intuitive Verbindung, kognitives Wissen, Schattenarbeit und emotionale Intelligenz. Es geht dabei für uns Männer um eine neue Form von Führung und Selbstkompetenz. Wenn wir hierbei nicht der Angst vor dem Unbekannten begegnen entsteht keine kreative Transformation. In diesem Workshop bekommen sie einen Geschmack von dem, was dabei für sie möglich sein kann.

Martin Jará
"Der ideale Mann: auf den Müll oder auf den Altar?"
Die Zeiten des Supermanns sind vorbei. Was tun wir mit den männlichen Idealen?Sollen wir sie ganz zerstören und neue schaffen? Aber auch neue Ideale werden eines Tages veraltet sein... Außerdem sollte ein erwachsener Mann – im Unterschied zum Jungen – nicht von Autoritäten und Bildern abhängen. Vielleicht ist es sinnvoller, archetypische männliche Qualitäten in moderne Sprache zu übersetzen und sie in Freunden, Kollegen und in uns selber zu suchen.

Michael ten Hövel
"Elastisch - verbogen - gebrochen"
Männer wollen machen, etwas bewegen, sähen, formen und sich damit identifizieren.  Doch die Unzufriedenheit und Frustration wächst. Ökonomisierung ist zum Maßstab in fast allen Lebensbereichen geworden. Hierarchien fühlen sich oft an wie auf den Kopf gestellt. Führung abgetrennt von Fachkompetenz, Werte wie Qualität, Humanität etc. fallen höchstens ab wenn sie sich ökonomisch lohnen. Was ist los mit dieser Arbeitswelt. Welche archetypischen Kräfte sind hier am wirken.  Wo können wir sowohl schöpferisch als auch reinigend zerstörerisch wirken anstatt zu resignieren.

Raymond Fismer
"Entwicklungsstufen der Männlichkeit"
Was heute deine Männlichkeit ausmacht, ist Ergebnis einer langen Entwicklungsgeschichte: von archaischen Wurzeln über Krieger und König bis zum Macher und vielleicht zum Softie. In einer geführten, mit Musik begleiteten Reise in dein Inneres kannst du wesentliche Schritte deiner eigenen Mann-Werdung nacherleben. Das kann dir helfen, deine Geschichte zu integrieren zu einem neuen Mann-Sein.

Robert Fischer
"Geiles Fragment wird starkes Stück"
1., 2., 3. sexuelle Revolution! Wir wollen frei sein! Nieder mit der alten uns knechtenden Sex-Moral! Wir finden Geilheit dank frei zugänglichem Porno, Viagra und Freiheit alles zu dürfen. Das ist geil und eng, nur ein Fragment des Lebens, das von der Moral verbotene. Dort sind wir jetzt gefangen. Das Pendel ist auf der Gegenseite, immer noch. Der nächste Schritt ist ein starkes Stück. Moral 2.0 oder was? Mit den fehlenden Fragmenten gibt es das ganze Stück.

Stefan Rieß, Stefan Beier
"Wut-Workshop"
Aggressionen sind Teil des Lebens. Wir brauchen sie, um an der richtigen Stelle Nein zu sagen und unseren Raum zu wahren. In ihrer integrierten Form geben sie uns Manifestationskraft und Erdung, schaffen Verbindung zu Becken und Lust. Doch gerade aggressive Gefühle wie Wut oder Hass sind häufig in den Schatten unserer Psyche verdrängt. Im Workshop können wir sie in ihrer ganzen Kraft kontaktieren und in Kontakt mit Anderen bringen. Anhand exemplarischer Prozessarbeit werden wir erfahren, wie man sie heilsam integrieren kann.

Thomas Scheskat
"Aggression und Hingabe"
Integrieren statt Abspalten – das Entgiften der eigenen Kraft.
Ist Aggression nur böse? Ist sie nicht auch Grundkraft zur Selbstbehauptung und zum Erreichen von Zielen? Viele Schamkonflikte, depressive Rückzüge, Missverständnisse und nicht zuletzt gewaltsame Eskalationen basieren auf einer mangelnden Kenntnis und inadäquaten Regulation der eigenen Kräfte. Wir nutzen konfrontativ-dialogische Körperübungen dazu, um falsche Schonhaltungen zu überwinden. Wir üben, uns gleichzeitig in achtsamer und kraftvoller Weise zuzumuten, statt Destruktivität zuzufügen.